Saisonabschlussbericht Herbst 2015/2016

Nach dieser Vorrunde zum Aufstieg zur Landesliga, kann man sich als Trainer nur selber hinterfragen, erreiche ich die Spieler noch, haben wir dieselben Interessen und die gleichen Ziele?

Normalerweise sucht der Trainer die Schuld für das Versagen oder eine Niederlage bei den Spielern, dem Schiedsrichter oder dem Fehlverhalten des Gegners.

Vor der Saison war es bei mir nur ein mögliches Ziel, ohne konkrete Formen und nicht zwingend notwendig, einen Aufstiegsplatz zu erreichen. In den Spielerkreisen wurde aber von vorn herein das Ziel der Aufstiegsrunde ausgegeben.

Nachdem wir die ersten drei Spiele gewonnen hatten, (siehe Spielbericht:Barsbüttel, Dersimspor, Oststeinbek) war das Ziel der Aufstiegsrunde so greifbar, dass ich keine Zweifel mehr hatte diese erreichen zu können. Zu dem Zeitpunkt hatte ich die Tabelle nur überflogen und dachte, dass wir nur noch 4 Punkte benötigen und ich rechnete mir Chancen auf 9 Punkte aus. Vielleicht war meine Entspannung ansteckend, so das die Jungs an einen Selbstgänger glaubten und in den Minimalmodus verfielen.

Diese Mannschaft funktioniert aber ausschließlich bei 100%. Ab dem Spiel gegen Wentorf herrschte Selbstgefälligkeit vor.

Gegen Wentorf rechnete ich mit 3 Punkten, die Spieler wohl auch und konnten deswegen ganz locker eine halbe Stunde zu spät kommen, na wenn der Trainer so entspannt ist. Wir führten zwar 3:1 , doch kann es nicht angehen, dass die Verletzung eines Spielers ausreicht , um 3 Punkte nicht halten zu könnten. Ich ärgere mich auch über mich selber, dass ich es nicht schaffe einigen Spielern das Zweikampfverhalten zu implizieren und das andere ihr unverhältnismäßiges Zweikampf Verhalten nicht in den Griff bekommen. Dieses Ungestüme , bringt nur Unruhe, Freistöße, Gelbe oder Rote Karten, oder wie in diesem Fall, eine recht schwere Verletzung. Mit dieser Verletzungsproblematik hadern auch noch diverse andere Spieler. Zu einem gut geführten Zweikampf gehört die Balleroberung ohne Freistoß, Einwurf oder eigene Verletzung. Die Verletzungsanfälligkeit kann man durch regelmäßiges Training auch minimieren, doch scheint mein Training nicht immer genug Reiz auf euch auszuüben.

Wentorf habe ich also mit einem entspannten Lächeln abgetan, da ich gegen Altengamme sicher mit einem bis drei Punkten rechnete. Einwenig ungläubig hörte ich dann am Dienstag vor dem Spiel die Absagen.Die Gründe hatten G- Jugend Charm, klar denkt Jeder:“Ach einmal darf ich ja wohl auch mal fehlen!“

Doch da sind wir wieder bei den 100%, die wir unbedingt erreichen müssen, um als Mannschaft erfolg zu haben. Wenn wir jedes Mal nur 90% erreichen, sind wir zwar gut, aber Erfolglos. So war auch das 1:2 gegen Altengamme zu sehen.

Gegen Altenwerder waren 3 Punkte Pflicht, ich sparte mir eine lange Kabinenrede, da ich dachte das sehen alle Spieler auch so, wieder eine Fehleinschätzung von mir. Mit der Einstellung aus dem Spiel gegen Altengamme und zusätzlich mit den zwei neuen Spielern, würde es ein Selbstgänger sein, dachten wir alle.

Sonko und Klingler gaben zwar ihre 100%, wenn es auch noch nicht ganz rund lief, dafür machte der Rest der Mannschaft dann lieber nur 80%, da hatten wir es wieder.

Ich konnte meine Entspannung 75 Minten aufrecht halten, bis auch mir das Gesabbel und Geflenne der Gegner auf den S. ging, doch erreichte ich die 100% so auch nicht.

Wir spielten schlechten Fußball, hielten aber auch nicht gegen den Gegner und verzettelten uns in Diskussionen mit den Gegnern und Schiedsrichter, was wiederum nur dem Gegner half, unser Spiel zu zerstören. Ihr habt euch sehr dumm angestellt, wenn womöglich noch einer von euch wegen sinnlosem Rumgenörgel vom Platz fliegt, dann hätte Tolunay das Ausgleichstor nicht mehr geschossen, der Aufstieg währe spätestens da verloren gewesen. Nach dem gerechten 1:1 hatten wir nur noch eine theoretische Chance, da der letzte Gegner, Lauenburg Gülzow, doch recht stark ist.

Wieder erreichten wir keine 100% in der Mannschaft, da ich mich vor Wochen nicht um eine Verlegung oder Freistellung vom Dienst bemüht hatte, überheblich hatte ich gedacht, dass dieses Spiel nur noch ein Schaulaufen wird. Wir verloren 3:4, wie die Leistung war und ob ihr 100% gegeben habt entzieht sich meiner Kenntnis, doch wir hatten wieder drei Absagen in letzter Minute.

Wir hatten zum Schluss Glück ,das Wentorf uns Schützenhilfe geleistet hat und für mich überraschend Altenwerder geschlagen hat, so blieben wir einen Punkt vor Altenwerder.

(Ihr könnt mich anschreiben, wohin ihr die Cola haben wollt!)

Nicht das wir uns falsch verstehen, wir haben gute und sehr gute Spiele gemacht, wir haben unsere Punkte gerecht erkämpft und das man mal Schützenhilfe bekommt ist normal:“Die Leute gehen ja zum Fußball, weil man vorher nicht weis wie es ausgeht!“

Das Erreichen der Aufstiegsrunde war kein Glück, Glück war es nur, diese mit 90% zu erreichen.

Für die Hauptrunde brauchen wir immer 100%!

Gruß Wolfgang Wegner SCVM