Abschlussbericht Saison 2015 / 2016

Da war mehr drin!

Da ich vermutlich schon etwas Altersmilde geworden bin, erspare ich uns nach jedem Spiel einen Spielbericht.

Die sich immer wiederholenden Aussagen über: Fehler, Training, Kondition, Einsatz, Zuverlässigkeit, Siegeswillen, sind so Legion, wie die Kommentator Floskeln bei FIFA 16 auf PS4, und ich bin es Leid, sie immer zu wiederholen.

Damit ich aber nicht vollständig aus der Übung komme, hier der Abschlussbericht der Saison.

„Bezirksliga mit Aufstieg zur Landesliga“
Wir hatten die Vorrunde nur als Gruppen Vierter abgeschlossen, was uns gerade noch die Teilnahme an der Aufstiegsrunde ermöglichte(siehe Bericht 2015).

Ich hatte kein wirklich gutes Gefühl für die Aufstiegsrunde. Da ich unsere Vorrundengruppe als die Schwächste ansah und befürchtete, dass die Mannschaften aus dem Westen Hamburgs stärker einzuschätzen waren. So befürchtete ich viele hohe Niederlagen und hatte mir nur gegen Lauenburg und Altengamme, wirkliche Chancen erhofft.

Da wir uns aber Personell noch verstärkt hatten, hoffte ich im ersten Spiel bei Lauenburg/ Gülzow auf einen deutlichen Sieg. Leider sind wir wohl Alle etwas zu euphorisch an die Sache rangegangen.
Wenn man sagt:“Die Einstellung zählt mehr als die Aufstellung“, so muss ich sagen, es passte beides nicht.

Ich hatte mit einem 4-3-3 die völlig falsche Aufstellung gewählt, da ich ein Feuerwerk abbrennen wollte, doch das Mittelfeld war zu dünn besetzt und die Stürmer standen sich gegenseitig auf den Füßen.

Doch wir blockierten uns Gedanklich schon vor dem Spiel. Es waren 17 Spieler anwesend und da wir dieses Luxusproblem vorher nicht hatten, mussten zum ersten mal zwei Spieler ganz auf einen Einsatz verzichten. Es herrschte somit schon vor dem Spiel völlige Unruhe, sowohl bei den Spielern die „heute kein Foto“ erhielten und nicht eingesetzt wurden, als auch bei den Spielern auf dem Platz.
Solche, scheinbaren Kleinigkeiten, brachten uns völlig durcheinander.

Das Spiel wurde 8:3 verloren und gleich die nächste Trainingseinheit ging für eine „Krisensitzung verloren“.

Wir hatten aber eine gute und erfolgreiche Besprechung und so kam doch wieder Ruhe in die Mannschaft. Das Problem der zu zahlreichen Spieler, hatten wir nicht noch ein zweites mal.
Die nächsten drei Spiele wurden dann deutlich gewonnen und wir befanden uns dann plötzlich auf Tabellenplatz 1.

„Wer nichts erwartet, wird nicht enttäuscht“, so dachte ich vor der Saison.
Wenn man aber plötzlich auf einem Aufstiegsplatz steht, dann kann man die Chance auch ergreifen.

Doch als ich das erste Mal an diese Möglichkeit dachte und erwartete, dass euch auch das Feuer packt und ihr die Chance ergreifen wollt, wurde ich mal wieder eines Besseren belehrt.
Oft sind eure Versprechen doch nur Lippenbekenntnisse, ohne Substanz.

Es reicht im Leben nicht, sich etwas zu wünschen, man muss auch etwas dafür tun. Nur Weihnachten werden die Wüsche von selber erfüllt.

Gegen den Tabellenletzten, Teutonie, wollte die Mannschaft eine Kollektive Auszeit nehmen und so waren nur 10,5 Spieler vor Ort. Das war besonders ärgerlich, da wir gerade 5 Wochen spielfrei hatten und somit ausreichend Freizeit zur Verfügung stand. Diese Freizeit nutzten die meisten Spieler leider auch, um nicht zum Training zu erscheinen. Andere Mannschaften haben die spielfreie Zeit vielleicht genutzt um zu regenerieren und gut vorbereitet wieder den Spielbetrieb auf zu nehmen, wir sackten auf Null ab. Das Spiel gegen das Liga Schlusslicht wurde mit 1:2 verloren und von dieser Niederlage konnten wir uns nicht mehr erholen!

Danach folgten noch Siege und Niederlagen, auch gegen die späteren Tabellen ersten und zweiten wurden die Spiele nur knapp verloren. Es war eigentlich kein Unterschied zu den Mannschaften, die in der Tabelle über uns standen zu merken. Jedes Spiel hätten wir auch gewinnen können. Wir waren auf Augenhöhe mit den führenden Mannschaften der Liga und zum Teil besser als diese.
Wir bewiesen oft eine gute Moral, z. B. gegen Alstertal/ Langenhorn, wo wir noch ein 5-5 erspielen konnten oder im letzten Spiel gegen Tornesch, wo wir nach einem 0:3 Rückstand, zum 4:3 Zwischenstand kamen, doch das Spiel leider doch noch verloren.
In fast allen Spielen, waren wir die bessere Mannschaft, wir konnten aber leider nicht alle Spiele gewinnen.

Wir haben mit 45 geschossenen Toren, die meisten Tore geschossen, leider haben wir mit 34 Gegentoren, auch die höchste Gegentor Anzahl.

Damit möchte ich nichts über die Qualität der Mannschaftsteile aussagen, da jeder Spieler für alle Treffer mitverantwortlich ist.

„Der  Stürmer ist der erste Verteidiger und der Torwart ist der erste Angreifer!“

Diese Weisheit ist bei uns noch nicht verinnerlicht worden.
„Spieler, die keine echten Anführer sind, schnauzen ihre Mitspieler nach einem Fehler an. Echte Anführer kalkulieren immer mit Fehlern“

Es gibt noch viel zu tun, aber die Erfolge werden sich in der neuen Saison wieder einstellen.

Wir können mit den 6 Platz so nicht ganz zufrieden sein, aber optimistisch nach vorne blicken.

Gruß Wolfgang Wegner SCVM